Treffpunkt, Wohnung, Geschäftsstelle und Umkleide: "Die Alte
Villa" des ASC Dudweiler erscheint in neuem Glanz. In das Haus mit seiner vielseitigen
Geschichte wurden bisher 350.000 Mark investiert.
Sogar Ministerpräsident Peter Müller und Landtagspräsident Hans Ley sowie Karl Rauber,
der Chef der Staatskanzlei, waren schon hier, um das Gebäude in Augenschein zu nehmen. Schließlich
wurden bisher etwa 350.000 Mark, auch Fördergelder der Sportplanungskommission, verbaut. "Alte Villa"
heißt das massive Haus auf dem Gelände des ASC Dudweiler. Es soll als Treffpunkt, als Wohnung,
Geschäftstelle und Umkleidegebäude dienen. Ehrenamtliche Bauhelfer, an der Spitze Otto Wolscheid,
Paul Schmelzer, Alfred Franz, Manfred Wagner und Jürgen Reitz, leisteten über 1000 Arbeitsstunden,
um das historische Haus am Mittelplatz in Schuss zu bringen. "Bau-Inspektor" war ASC-Vizepräsident
Franz Hecktor. Innen ist bereits vieles fertig, außen bleibt noch einiges zu tun.
Von geschichtlichem Interesse ist die Historie der "Alten Villa" allemal. Die hat ASC-Präsident
Heinrich Biehl einmal aufgeschrieben.
Es stellte sich heraus, dass das Haus eng mit zwei Vereinen verknüpft ist: Mit dem Allgemeinen
Sport Club (ASC) und dem Allgemeinen Turnverein (ATV) Dudweiler. Der 1882 gegründete ATV suchte nach dem
Ersten Weltkrieg einen geeigneten Sportplatz. Fündig wurde er auf einem Grundstück der Gemeinde
Dudweiler in der Flur "Auf den Kitten". Am 8. Juni 1925 gab's den "ersten Spatenstich".
Ein Jahr später nahmen die Turner den Sportbetrieb auf. Weitere Ausbauarbeiten rund um den Platz
folgten im Jahr 1927.
Die Sportler wollten sich aber auch eine feste Bleibe schaffen. Eine Turnhalle sollte es nicht sein,
aber ein Vereinsheim mit Geräte- und Umkleideräumen, Platzwartwohnung und einer Jugendherberge
mit mit 27 Betten. Schließlich waren auch auswärtige Turner unterzubringen, Pfingsten 1927
wurde der Grundstein für das schmucke Vereinsheim gelegt Die Einweihung
war am 3. Juli 1927.
Erste Herbergseltern waren Fritz Poller, in Dudweiler "de Kaiser" genannt, und seine Frau Berta. Bis
1938 betreuten sie die Jugendherberge des ATV. Ihr Sohn Heinz, in Reihen des ATV später ein bekannter
und erfolgreicher Handballer, wurde dort im August 1927 geboren. Während des Zweiten Weltkriegs
und kurz danach wurde das Gebäude auf vielfältige Art genutzt. Biehl: "Es ranken sich Geschichten,
auch rosarote Geschichten, um das Haus". Schließlich hatte Dudweiler auch den Spitznamen "das sündige
Dorf". Die Gemeinde wurde mit Ausbruch des Weltkrieges am 1. September 1939 zur Frontstadt als letzter
noch besiedelter Ort vor der Grenze der damligen "Roten Zone". Herrensohr zum Beispiel wurde evakuiert,
die Bewohner im deutschen Reichsgebiet verteilt. Dudweiler, dessen Bahnhofs- und Gleisanlagen in dieser
Zeit stark ausgebaut wurden, war Endpunkt wichtiger, sogar kriegswichtiger Bahnverbindungen geworden.
Die Züge Berlin-Dudweiler oder Hamburg-Dudweiler hielten hier. Die Gemeinde war für Truppen
der Wehrmacht in Richtung Frankreich und zurückkehrende Urlauber zur bedeutenden Station geworden.
Erst 1958 kommt die Paarung "Alte Villa" und ASC Dudweiler ins Spiel.
Der ASC ließ sich 1950 ins Vereinsregister eintragen. 1958 gab's einen Gelände-
und Gebäudetausch. Der ASC erhielt vom ATV den Kitten-Sportplatz und das Haus. Dem ATV wurde
die Hausa-Kampfbahn - heute Jahnsportplatz im Alten Stadtweg, übereignet.
Die "Alte Villa" diente dem ASC in erster Linie als Umkleidegebäude. Die Platzwartwohnung wurde
über lange Jahre von der Fußball-Familie Stättler bewohnt, "Bubi" Stättler zog im
Februar 1998 aus.
Das mittlerweile unansehnlich gewordene Anwesen, so beschloss der ASC Vorstand vor einiger Zeit, sollte
von Grund auf saniert werden. In diesem Jahr sollen die Platzwartwohnung und die Außensanierung
vonstatten gehen. Bereits jetzt stehen neben Räumen für gesellige Anlässe und die Vereinsverwaltung
auch Umkleide- und Duschräume parat. Biehl ist stolz darauf, dass auch eine Solaranlage installiert
wurde. Mit dieser Sanierung - ursprünglich war von Abriss die Rede - habe der ASC "einen entsprechenden
Gegenwert erlangt", sagt der Präsident und außerdem einem erhaltenswerten Architektur-Objekt
"neues Leben eingehaucht".
Foto (Repro): John

Ein Trupp von Arbeitern baute 1927 das Vereinsheim samt Jugendherberge für den ATV Dudweiler. 1958 tauschte der ATV Villa und Sportplatz und erhielt im Gegenzug vom ASC Dudweiler die Hansa-Kampfbahn
Recht trostlos: Die "Alte Villa" im Jahr 1999

Hat schon einiges erlebt:
Die "Alte Villa" auf dem Sportplatz des ASC Duweiler wurde 1927 eingeweiht. Nachdem das Haus in die Jahren
gekommen war, stand der Verein vor der Entscheidung: Abriss oder Renovierung.
Der ASC entschied sich, das Gebäude wieder instand zu setzen.
Am 03. September 2000 konnte ASC Präsident Heinrich Biehl den amtierenden Finanzminister Peter Jacoby zur Einweihung des ersten Bauabschnittes im unteren Teil des Anwesens begrüßen.
Danksagung
Der ASC dankt dem ATVD Dudweiler für die vielfältigen Informationen zur Geschichte des Hauses und die alten Photos - besonderer Dank an Ilse Minke und Eheleute Eva und Helmut Blauth.
Ein weiterer Dank gilt Herrn Heinz Poller und Herrn Studiendirektor Gerd Kiefer für die Geschichten in und um die Alte Villa.
Ein besonderer Dank den Bauhelfern des Vereins, welche unentgeltlich über 1000
Stunden geleistet haben, in ersten Linie
Alfred Franz
Paul Schmelzer
Otto Wollscheid
Manfred Wagner
Die Planung und Durchführung der Sanierungsarbeiten lag in den Händen von
Architekturbüro Dieter Krauser, Saarbrücken
- Heinrich Biehl -
Präsident des ASC Dudweiler