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Der ASC Dudweiler e.V. und insbesondere die Abteilung Boxen Karl-Ernst Schäfer November 2010 | |
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Ehre Seinem Andenken | |
Trainingsbesuch
9. Internationales Boxturnier
Boxen: Viele jugendliche Kämpfer und insgesamt 300 Zuschauer bei Veranstaltung in der Kittenhalle
14 Kämpfe, davon der Großteil mit Jugendlichen. Die Boxgala des ASC Dudweiler vor 300 Zuschauern in der Kittenhalle war auch Ausdruck des wieder gewachsenen Interesses von Jugendlichen am Boxen.
Uwe Lorch stand starr in der letzten Reihe. Kein lauter Ausruf, nur der gebannte Blick auf den Ring. Drei Runden musste er durchstehen. Drei Runden, die er liebend gerne eingetauscht hätte: „Ich hätte lieber zehn Runden um die deutsche Meisterschaft geboxt als das hier.“ Denn er war zum Zusehen verdammt. Im Ring stand zwar auch ein Lorch, aber es war Alexander, der Sohn des Ex-Profis. Der 15-Jährige ist in die Fußstapfen des Vaters getreten und boxt für den ASC Dudweiler. Dort, wo auch sein Vater trainiert. Und – der Name scheint zu verpflichten – Alexander gewann seinen Kampf. Den vorletzten des Abends und der erste und einzige Sieg des ASC bei seiner eigenen Boxgala am Samstag in der Kittenhalle.
Aber um den sportlichen Erfolg ging es nur bedingt. Die Veranstaltung war vor allem ein Zeichen, dass der ASC im Boxen wieder da ist. „Ich bin richtig zufrieden. Wir hatten einige Konkurrenz-Veranstaltungen im Südwesten und in Frankreich, aber wir haben die Halle voll und mit 14 Kämpfen mehr, als wir erwartet hatten“, erklärt Ahmed Özcean, der Leiter der Box-Abteilung des ASC.
Neun Kämpfer hatte Dudweiler am Start. Und es hat Zeiten gegeben, da wäre das nur schwer vorstellbar gewesen, erinnert sich Özcean: „Wir haben jetzt an guten Tagen zwischen 40 und 50 Leuten im Training, davon vor allem viele Jugendliche.“ Als er im März die Leitung übernommen hatte, wurde eine Werbe-Kampagne gestartet, die jetzt Früchte trägt.
Eine Entwicklung, die auch Bernd Roth, den Präsidenten der Saarländischen Box-Union, freut: „Es ist tatsächlich ein kleiner Aufwärtstrend zu spüren. Er ist klein, aber da. Boxerisch ist da zwar noch viel Potenzial, aber das kommt noch.“ Das merkt er auch in seinem Heimat-Verein, dem BC Völklingen: „Auch da können wir mit 20 Leuten zufrieden sein.“
Der Aufwind bei der Jugend ist beim Blick auf die Kampf-Liste zu sehen. Neun der 14 Kämpfe sind Schüler, Jugendliche oder Junioren. Viele kommen aus Familien, in denen schon lange geboxt wird. Wie bei Edison Meta (18), der jetzt nach längerer Pause wieder gemeinsam mit seinem Vater Nazif in Dudweiler trainiert: „Ich habe wieder Luft gehabt und wollte einfach wieder kämpfen.“ Der Vater war auch die treibende Kraft bei Marvin Pöttgen aus Völklingen: „Ich wollte früher schon boxen, und vor einem Jahr bin ich dann hingegangen.“ Für den 16-Jährigen ist es vor allem „der Wille, dieses gewisse Etwas, das man braucht“, das den Reiz des Boxens ausmacht: „Dieses Gefühl, das man hat. Dass man unbedingt gewinnen will.“
Doch bei aller Freude über den Schub im Nachwuchs-Bereich weiß ASC-Abteilungsleiter Özcean auch, dass so etwas von kurzer Dauer sein kann: „Wenn sie 15 oder 16 werden, wird es schwer, sie im Verein zu halten. Deshalb müssen wir versuchen, sie an den Verein zu binden. Dass sie hierbleiben, weil sie hier in Dudweiler und vor allem im ASC Dudweiler verwurzelt sind. Dann bleiben sie auch.“ Der Grundstock dazu scheint gelegt. Die Gala hat das eindrucksvoll bewiesen.
Janek Böffel - Saarbrücker Zeitung
Saarlandmeisterschaften 2010
Schüler
Klasse bis 28 kg: Vize-Saarlandmeister Markus Schaaf
Junioren
Klasse bis 50 kg: Saarlandmeister Yannick Gödicke
Klasse bis 60 kg: Vize-Saarlandmeister Alexander Lorch
Jugend
Klasse bis 60 kg: Vize-Saarlandmeister Dominik Gödicke
Klasse bis 75 kg: Saarlandmeister Bogdan Welsch
Männer
Klasse bis 81 kg: Vize-Saarlandmeister Marc Gödicke
Klasse bis 91 kg: Saarlandmeister Jens Hillekum
Boxen: Teilnahme an den Saarlandmeisterschaften macht Hoffnung nach den dürren Jahren
Es ging dem saarländischen Boxen nicht immer gut. Die Konkurrenz anderer Kampfsportarten machte den Nachwuchs streitig, und die demografische Entwicklung tat ihr Übriges. Doch es gibt Hoffnung.
Die Medaille hat zwei Seiten. Und damit sind nicht die Medaillen für die gerade gekürten Saarlandmeister gemeint, sondern die Frage, wie es dem Boxsport im Saarland geht. Auf der einen Seite ist da eine Saarlandmeisterschaft mit 25 Kämpfen und 16 Titeln in den unterschiedlichen Gewichtsklassen und Altersstufen. Auf der anderen Seite ist nur einer der Kämpfe ein Schülerkampf. Und so fällt auch das Urteil von Gerd Riedel, dem Sportwart der Saarländischen Box-Union (SBU) gemischt aus: „Wir hatten zwar nicht immer hochklassige Kämpfe, aber dafür sehr intensive Duelle, die dem Publikum etwas geboten haben.“ Doch – und das macht Riedel ein wenig Sorge – der Nachwuchs ist selten: „Wir hatten früher ganze Schüler-Meisterschaften. Das ist heute ja kaum noch vorstellbar.“
Doch das Lied vom fehlenden Nachwuchs ist weder im speziellen Box-Fall, noch im Sport allgemein etwas Neues. Zumal es insgesamt in letzter Zeit mehr positive Nachrichten gibt – schließlich sind Saarlandmeisterschaften auch immer ein Ereignis, um Nicht-Boxer anzuziehen. Und da kann Bernd Roth, Präsident der SBU, zufrieden sein mit gut 130 Zuschauern in der Mehrzweckhalle in Heidstock: „Man merkt auch, dass wir endlich wieder fachkundiges Publikum haben. Es ist etwas für den unbedarften Zuschauer dabei, der einfach nur ein Bier trinken will und dabei Boxen sehen will, aber auch für den Kenner.“ Denn bei allem Event-Charakter, der dem Boxen in den letzten Jahren übergestülpt wurde, rückt der Sport langsam wieder in den Vordergrund. „Wir wollen keine Kirmes-Boxer hier haben, wo die Zuschauer denken, da könne jeder mitmachen“, betont Roth.
Und ganz so schlecht steht es nicht um den Nachwuchs im Saarland. In Saarlouis beispielsweise ist der BC Saarlouis sogar an seine Grenzen gestoßen, sagt Trainer Paul Zimmer: „Wir trainieren im Robert-Schuman-Gymnasium und haben die Halle brechend voll. Wir sind teilweise mit 50 Mann da.“
Doch noch bleibt das Nachwuchsproblem, Boxen ist nun einmal kein klassischer Kinder-Sport. Aber es gibt Hoffnung. Gerade im Jugendalter, wo die Vereine auf Mitnahme-Effekte hoffen. Ist ein Grundstock vorhanden, ist es leichter, andere Jugendliche zum Boxen zu bringen. Wie Dilges Okal vom BC Völklingen, der gerade gegen Dominik Gödicke vom ASC Dudweiler gewonnen hat. „Ich bin durch Freunde zum Boxen gekommen und seitdem dabei geblieben“, sagt er.
Die schönste Geschichte ist allerdings die von Metin Gümüs aus Völklingen, der aus einer Notlüge Wahrheit gemacht hat: „Ich bin in der Grundschule immer rumgeschubst worden. Irgendwann habe ich dann gesagt, ich würde ins Boxen gehen.“ Aus dieser Flunkerei sind mittlerweile fast fünf Jahre und drei Landesmeister-Titel geworden.
Einzig bei den Frauen, die in den vergangenen Jahren einen großen Hype durch Boxerinnen wie Regina Halmich erfahren hatten, nimmt die Begeisterung ab. Nur ein Kampf kam zu Stande, und selbst dort musste Sabrina Persico aus Luxemburg aushelfen, um Monika Sorce aus St. Ingbert eine Gegnerin zu stellen. Entsprechend schnell war der Kampf zu Ende, da Persico schon in der ersten Runde das Handtuch warf.
Auf einen Blick
Ergebnisse der Landesmeisterschaften der Saarländischen Box-Union in Völklingen-Heidstock:
Schüler: Klasse bis 28 kg: Özkan Okal (Völklingen) 5:0 PS über Markus Schaaf (Dudweiler).
Kadetten: Klasse bis 42 kg: Metin Gümüs (Völklingen) 5:0 PS über Murad Zerey (Völklingen); Klasse bis 50 kg: Mirco Martin (Elversberg) 5:0 PS über Iven Klär (Neunkirchen).
Junioren: Klasse bis 50 kg: Yannick Gödicke (Dudweiler) 3:2 PS über Sascha Kutscherow ( Wellesweiler); Klasse bis 57 kg: Michael Citverev (Elversberg) RSC 3.R., über Paul Mikkaylow (St. Ingbert); Klasse bis 60 kg: Alexander Schmidt (St. Ingbert) RSC 1.R. über Alexander Lorch (Dudweiler); Klasse bis 70 kg: Sülemann Zerey (Völklingen) 4:1 PS über Kevin Neagu (Saarlouis); Klasse bis 80 kg: Mathias Unruh (Neunkirchen) 5:0 PS über Max Schichtel (St. Ingbert).
Jugend: Klasse bis 60 kg: Dilges Okal (Völklingen) RSC (Arzt) 2.R. über Dominik Gödicke (Dudweiler); Klasse bis 69 kg (B): Dennis Schuh (Völklingen) 5:0 PS über Lukas Sojka (Neunkirchen); Klasse bis 75 kg: Bogdan Welsch (Dudweiler) 3:2 PS über Mark Müller (Saarlouis).
Frauen: Klasse bis 60 kg: Monika Sorce (St. Ingbert) Aufg. 1. R. über Sabrina Persico (Rumelange).
Männer: Klasse bis 60 kg: Bilal Derraqui (Völklingen) 3:2 PS über Kevin Martin (Elversberg); Klasse bis 64 kg: Dominik Gregorius (Völklingen) Aufg. 3.R. über Artur Rittscher (Saarlouis); Klasse bis 75 kg (B): David Urgatz (Wellesweiler) 3:2 PS über Corvin Günes (Neunkirchen); Daniel Zenner (Saarlouis) 4:1 PS über Fitim Rexha (Neunkirchen); Klasse bis 81 kg: Manuel Zimmermann (Homburg) 5:0 PW über Marc Gödicke (Dudweiler); Klasse bis 91 kg: Jens Hillekum (Dudweiler) Aufg. 1.R. über Waldemar Meier (Neunkirchen).
Janek Böffel - Saarbrücker Zeitung
Letzte Änderung: 23.02.2011