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1. September 2007
Eine Recherche von Thomas Strauch, Dudweiler Archäologische Funde
belegen, dass es seit der Jungsteinzeit eine mehr oder weniger dauerhafte Besiedlung im
Bereich des heutigen Dudweiler gegeben hat. Von einem kleinen Dorf, einem Weiler im heutigen
Sinne, kann jedoch ernsthaft erst seit der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts ausgegangen
werden, als die Bevölkerung zahlreich genug war, um eine Kapelle zu errichten und
für deren Unterhalt zu sorgen. Vielleicht hatte der Flecken bereits vor dem 10. Jahrhundert
einen Namen, der womöglich auf villare endete, der aber auf keinen Fall Duodonisvillare
lautete.
Die zum Teil noch herrschende Meinung, das Suffix villare stehe im Kontext mit einem
römerzeitlichen Gehöft/Landhaus, ist falsch, da Weiler-Orte auch östlich
des Limes, also außerhalb des ehemaligen römischen Imperiums vorkommen. Weiler-Gründungen
datieren allermeist in die Zeit von 600 bis 900 n. Chr., wobei natürlich in dieser
Periode auch andere Ortsnamen erfunden wurden, die Endung weiler war
jedoch eine regelrechte Modeerscheinung. Dudweiler passt nun nicht genau in dieses Zeitfenster,
war also ein Nachzügler oder wurde unter der Herrschaft der Ottonen (Liudolfinger)
umbenannt.
Neben Dudweiler berufen sich auch andere Orte (z. B. Duttweiler/Pfalz, Dudenhofen) auf
einen lokalen Adeligen oder Gutsherren namens Dudo als Begründer. Diese fränkische
Edelmann-Theorie, mit vielen kleinen Dudos, führt allerdings bei
genauer Betrachtung in die Irre. Denn im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass es
im Saarland und in Rheinland-Pfalz Bezeichnungen wie Karlweiler, Ludwigweiler oder Lotharweiler
massenhaft geben müsste, da die entsprechenden Vornamen unter der Königsherrschaft
der fränkischen Karolinger (bis 911) äußerst häufig vorkamen. Zu suchen
wäre demnach eine hochgestellte Persönlichkeit, die nicht unbedingt aus unserer
Gegend stammen muss.
Die Ersterwähnung von Dudweiler fällt in die Herrschaftszeit der Ottonen (eigentlich:
Liudolfinger nach ihrem Stammvater Liudolf), einem sächsischen Adelsgeschlecht, das
von 919 bis 1024 die Könige des Ostfrankenreiches und die Kaiser des Heiligen Römischen
Reiches stellte. Detaillierte Ausführungen zur Aussöhnung und Zusammenführung
der fränkischen und sächsischen Kulturen, der Aufstieg der Dynastie der Ottonen
und ihre Hausmachtpolitik füllen ganze Bücher und können, ohne zu verwirren,
an dieser Stelle auch nicht in Kurzform dargestellt werden. Nur soviel: Unter der
gut ein Jahrhundert dauernden Herrschaft der Ottonen ist der vielschichtige Prozess der
Bildung des Deutschen Reiches weitgehend zum Abschluss gekommen.
Am 11. Mai 977 bestätigte Kaiser Otto II mit einer Urkunde dem Nonnenkloster St. Peter
in Metz seine Besitzungen. Unter anderem wird Madalstat mit einer Kapelle in Duodonisvillare
genannt. Otto II bezog sich ausdrücklich auf eine Urkunde seines Vaters vom 3. Juni
960, in der Malstatt erstmals erwähnt wird. Es ist unbestritten, dass es sich bei
Duodonisvillare, also beim Weiler des Dudo, um den heutigen Saarbrücker
Stadtteil Dudweiler handelt. Kaiser Otto II stellte die Urkunde im damaligen Diedenhofen
aus, heute Thionville.
Zur gleichen Zeit brachte seine Ehefrau, Kaiserin Theophanu, Nichte des byzantinischen
Kaisers, die gemeinsame Tochter Adelheid zur Welt, und zwar in Metz, mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit im begünstigten Kloster St. Peter. Adelheid wurde später
Äbtissin in Quedlinburg und anderen Stiften im sächsischen Kernland. Es war nicht
ungewöhnlich, dass Otto II aus Dankbarkeit Schenkungen an kirchliche Einrichtungen
machte oder bestätigte. Dabei muss erwähnt werden, dass mittelalterliche Kaiser
keine absolutistischen Herrscher waren. Sie konnten nur das verschenken, worüber sie
formal die Verfügungsgewalt
innehatten, also lediglich Hausgut sowie Reichsgut, das vom Vorgänger übernommen
wurde. In unserem Fall müsste es sich bei den zum Teil sehr weit auseinander liegenden
Ortschaften um Reichsgut handeln.
Die erstmalige Erwähnung einer Kapelle im Weiler des Dudo in der Bestätigungsurkunde
vom Mai 977 erfolgte, wie selbstverständlich, in engem Zusammenhang mit der erneuten
Nennung von Malstatt. Dies bedeutet, dass es das Dorf Duodonisvillare 960 schon gab. Es
musste aber nicht explizit genannt werden, da es (ohne eigenes Gotteshaus sowieso) zur
Kirchengemeinde Malstatt gehörte. Die Erbauung des ersten christlichen Sakralbaus
am Standort des heutigen Alten Turmes muss demzufolge zwischen Juni 960 und Mai 977 erfolgt
sein. Duodonisvillare hätte irgendwann mit seiner Kapelle eine selbständige Kirchengemeinde
werden können. Es wäre dann von der Schenkung vom Juni 960 nicht mehr erfasst
gewesen. Also war es notwendig, das Gotteshaus in Duodonisvillare ausdrücklich in
die Urkunde von 977 mit aufzunehmen.
Wer aber war der Mann, zu dessen Ehren Dudweiler seinen Namen erhielt?
Diese Frage wird sich wohl niemals abschließend klären lassen. Allerdings sprechen
einige starke Indizien für keinen geringeren als Herzog Liudolf von Schwaben (†
957), den Halbbruder von Kaiser Otto II. Als ältester Sohn von Kaiser Otto I (†
973) war Liudolf gar der erste Anwärter auf dessen Nachfolge. Die Landeshauptstadt
Stuttgart bezeichnet ihn als ihren mutmaßlichen Begründer.
Nebenbei sind für unsere Region folgende Familienverhältnisse äußerst
interessant, um zu zeigen, wie die Ottonen links des Rheins ihre Macht sicherten: Liutgard
(† 953), die Halbschwester von Otto II, gleichzeitig die Schwester von Liudolf,
war mit Konrad dem Roten, Herzog von Lothringen, verheiratet. Ihm wurde wegen eines Aufstandes
von Otto I das Herzogtum entzogen. Zum Nachfolger wurde Brun († 965), Erzbischof
von Köln, ernannt, ein Onkel von Otto II und Liudolf. Lothringen umfasste damals auch
das Gebiet des heutigen Saarlandes.
Liudolf/Ludolf gehörte zu den beliebtesten sächsischen Namen (Kruppa, Nathalie:
Südsächsische Adelsgeschlechter). Wie zum Beweis wurde ein Liudolf im Jahre 994
Erzbischof von Trier, zuvor gehörte er zu den kaiserlichen Hofkaplänen und war
Domherr in Hildesheim im sächsischen Kernland.
Was hat nun Dudo mit Herzog Liudolf von Schwaben zu tun? Relativ einfach: Dudo ist die
Kurzform, Koseform oder Lallform von Liudolf (Ludolf).
; urkdl. wird Ottos
I. Sohn L(i)udolf 951 u. 957 auch Dudo genannt,
. (Aus: Hans Bahlow, Deutsches
Namenslexikon, Suhrkamp.) Unter Lallnamen werden Kurznamen verstanden, die bestimmte
Konsonanten wiederholen und Laute wie r und l durch assimilatorische Beseitigung vermeiden,
wie es in der Kindersprache üblich ist. Typische Lallnamen sind derart reduziert,
dass sie mit der Vollform nur noch den betonten Vokal und / oder einen Konsonanten gemeinsam
haben. Beispiele für historische Lallformen sind Anno für Arno, ... , Dudo /
... für Liudolf, Beppo für Bernhart. (Aus: Georg Müller Deutsche
Personennamen, Hausarbeit zu einem Hauptseminar am Institut für Deutsche Philologie,
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.)
Herzog Liudolf von Schwaben ist nachweislich viel in Deutschland und Italien umhergezogen.
Ob er jemals persönlich im Sulzbachtal war, bleibt im Dunkeln. Als Namenspatron wurde
er jedoch von seinen Verwandten dort verewigt. Verstorben ist Liudolf am Lago Maggiore,
bestattet wurde er im Stift St. Albans vor Mainz (nicht mehr vorhanden) oder im Stift St.
Peter und Alexander in Aschaffenburg, das er gegründet hat. Sein Grab lässt sich
leider nicht mehr nachweisen.
Was spricht dagegen, den fränkischen Edelmann gedanklich gegen einen sächsischen
Königssohn einzutauschen? Es gibt Schlimmeres.
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24. April 2001
Marcus Kalmes
Ab Mittwoch wird auf dem Gelände am "Kiesel" gebaggert
- Baugrundstücke so gut wie weg - Straße wird schnell gebaut Dudweiler.
Es geht voran: Am 20. März wurde auf den "Dudweiler Höhen"
der erste Spatenstich für das neue Wohn- und Gewerbegebiet gemacht. Die "Dudweiler
Höhen" sind ein Projekt der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Saar und der Landeshauptstadt
Saarbrücken. Nach jahrzehntelangen Bemühungen wird das Gebiet, das in Dudweiler
nur "Kiesel" heißt, endlich erschlossen.
"Am Mittwoch rollen die Bagger an. Dann werden die Container aufgestellt", erklärt
der LEG-Geschäftsführer Reinhold Jäger. Nachdem das Areal bereits seit Anfang
des Jahres gerodet ist, wird jetzt die Baustelle eingerichtet. Dann beginnt die Erschließung
der 76 000 Quadratmeter großen Fläche. "Die Arbeiten sollen in einem Jahr abgeschlossen
sein", erklärt Jäger weiter.
Auf den "Dudweiler Höhen" stehen 20 000 Quadratmeter für Wohnraum bereit. Der
Preis für das erschlossene Bauland soll etwa 250 Mark pro Quadratmeter betragen. Die
LEG Saar plant 20 Grundstücke für Einfamilien-Häuser. Jäger sagt: "Die
Baugrundstücke für die Interessenten, die hier selbst ein Haus hinstellen wollen,
sind fast alle weg." Die geplanten Doppel- und Reihenhäuser kosten zwischen 340.000
und 420.000 Mark. Es sollen 35 bis 40 schlüsselfertige Wohnungen entstehen. "Auch
hier ist das Interesse ziemlich groß. Fast die Hälfte ist schon nachgefragt."
30 000 Quadratmeter der Gesamtfläche sind für die Ansiedlung von Einzelbetrieben
reserviert. Der LEG-Geschäftsführer erklärt: "Hier gibt es bereits Interessenten
für etwa 70 Prozent der Fläche." Die LEG Saar verhandelt mit "zwei bis drei größeren
Betrieben, die jeweils 15 bis 20 Prozent der Gewerbefläche belegen wollen."
Auf 26 000 Quadratmetern sind die Erschließungsanlagen und Ausgleichsmaßnahmen
vorgesehen. Jäger beschreibt die ersten Schritte der Tholeyer Firma Backes, die bei
der öffentlichen Ausschreibung aller Erschließungsleistungen das günstigste
Angebot vorgelegt hat: "Die Baustelle mit den Containern wird auf dem Gelände neben
der Fischbachstraße, unterhalb der dortigen Bushaltestelle, eingerichtet." Über
diese Stelle sollen die Baumaschinen auf die "Dudweiler Höhen" gebracht werden. Die
Anwohner der Fischbachstraße müssen sich keine großen Sorgen machen, dass
Baumaschinen über längere Zeit hier Verkehrsprobleme verursachen - diese Baustellenzufahrt
ist nur provisorisch. LEG-Geschäftsführer Jäger erklärt, warum: "Es
folgt unverzüglich die Herstellung der eigentlichen Baustellenzufahrt im Bereich der
Camphauser Straße in Höhe des Metro-Marktes." Dort wird sofort mit dem Bau der
späteren Zufahrtsstraße zu den "Dudweiler Höhen" begonnen. Über diese
Zufahrt werden dann alle Massen-Transporte sowie der gesamte Baustellen-Verkehr abgewickelt.
Wie die neue Straße heißen soll, steht noch nicht fest. Die Bezirksverwaltung
Dudweiler kann dem Bezirksrat Vorschläge machen. Das Recht, über den Straßennamen
zu entscheiden, hat dann der Bezirksrat. Parallel zum Bau der Zufahrt werden in der verlängerten
Kieselstraße die Leitungen für die Stromversorgung und Straßenbeleuchtung
verlegt.
Informationen zum Projekt, zu Grundstücken, Wohnhäusern und Gewerbe-Flächen
unter (0681) 9965355.
Viele Wanderer pilgern bis heute in die Schlucht zwischen Dudweiler und Sulzbach
Der "Brennende Berg" ist ein beliebtes Ausflugsziel im Sulzbachtal.
Dabei ist das gar kein Berg, sondern eine Schlucht. Das stellte schon der große deutsche
Dichter Johann Wolfgang von Goethe fest.
Der "Brennende Berg" ist im Sulzbachtal ein Begriff. Aber was ist der "Brennende Berg"
eigentlich, und wie kommt man dahin? Des Rätsels Lösung fand schon der große
Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe, der vom 27. bis 29. Juni anno 1770 von Straßburg
aus auf dem Rücken eines Pferdes mit Freunden einen Ausflug in unsere Region unternahm.
In seinem Büchlein "Dichtung und Wahrheit", Band III, beschreibt Goethe, wie er von
den "reichen Duttweiler Steinkohlengruben" hörte, "von Eisen-und Alaunwerken, ja sogar
von einem brennenden Berge".Goethe beschreibt seinen Weg weiter: "Nun zogen wir durch waldige
Gebirge, die demjenigen der aus einem herrlichen, fruchtbaren Lande kommt, wüst und
traurig erscheinen müssen und die nur durch den inneren Gehalt ihres Schoßes
uns anziehen können."
Der große Dichter ritt vermutlich von "Duttweiler" (Dudweiler) über den Berg
in Richtung Neuweiler und dann nach Sulzbach. "Kurz hintereinander werden wir mit einem
einfachen und einem komplizierten Maschinenwerke bekannt, mit einer Sensenschmiede und
einem Drahtzug", heißt es in "Dichtung und Wahrheit" weiter: "In der Alaunhütte
erkundigten wir uns nach der Gewinnung und Reinigung dieses so nötigen Materials,
und als wir große Haufen eines weißen, fetten, erdigen Wesens bemerkten und
dessen Nutzen erforschten, antworteten die Arbeiter lächelnd, es sei der Schaum, der
sich beim Alaunsieden obenauf werfe und den Herr Stauf sammeln lasse, weil er denselben
gleichfalls hoffe zu Gute zu machen."
Weiter schreibt Goethe: "Unser Weg ging nunmehr an den Rinnen hinauf, in welchen das Alaunwasser
heruntergeleitet wird, und an dem vornehmsten Stollen vorbei, den sie die Landgrube nennen,
woraus die berühmten Duttweiler Steinkohlen gezogen werden. Sie haben, wenn sie trocken
sind, die blaue Farbe eines dunkel angelaufenen Stahls. ... Nun gelangten wird zu offenen
Gruben, in welchen die gerösteten Alaunschiefer ausgelaugt werden, und bald darauf
überraschte uns, obgleich vorbereitet, ein seltsames Begegnis. Wir traten in eine
Klemme und fanden uns in der Region des brennenden Berges. Ein starker Schwefelgeruch umzog
uns; die eine Seite der Hohle war nahezu glühend, mit rötlichem weißgebrannten
Stein bedeckt; ein dicker Dampf stieg aus den Klunsen hervor, und man fühlte die Hitze
des Bodens auch durch die starken Sohlen. Ein so zufälliges Ereignis - denn man weiß
nicht, wie diese Strecke sich entzündete - gewährt der Alaunfabrikation den großen
Vorteil, dass die Schiefer, woraus die Oberfläche des Berges besteht, vollkommen geröstet
daliegen und nur kurz und gut ausgelaugt werden dürfen. Die ganze Klamme war entstanden,
dass man nach und nach die kalzinierten Schiefer abgeräumt und verbraucht hatte. Wir
kletterten aus dieser Tiefe hervor und waren auf dem Gipfel des Berges. Ein anmutiger Buchenwald
umgab den Platz, der auf die Hohle folgte und sich ihr zu beiden Seiten verbreitete. Mehrere
Bäume standen schon verdorrt, andere welkten in der Nähe von anderen, die, noch
ganz frisch, jene Glut nicht ahneten, welche sich auch ihren Wurzeln bedrohlich näherte."
Heute merkt der Wanderer und Besucher des "Brennenden Berges" nicht mehr viel von dem damaligen
Zustand der "Hitze des Bodens" und nahezu glühendem Stein". Doch seither zog es ganze
Generationen von Bewohnern des Sulzbachtales immer wieder zum "Brennenden Berg". Vor allem
war der "Brennende Berg" oft das Ziel vieler Schulklassen. Noch heute wird erzählt,
früher habe man in dem durch etliche Felsenritze austretenden heißen Dampf rohe
Eier kochen können.
Zunächst einmal wird der auswärtige Besucher überrascht feststellen, dass
der "Brennende Berg" gar kein Berg ist, sondern eine Art langgestreckte Schlucht von mehr
als zehn Metern Tiefe, in dessen Mitte auf einer Seite einige Felsen stehen. Aus einigen
Spalten tritt noch immer schwefelhaltiger Dampf aus. Bei feuchtem Wetter lässt sich
der aufsteigende und nur noch schwache Dampf am Besten erkennen.
Gut zu erreichen ist der "Brennende Berg" von Dudweiler oder von Neuweiler aus. Am Ende
der "Brennender-Berg-Straße" im Westen Neuweilers gibt es einen kleinen Parkplatz.
Von dort führt ein leicht abfallender Waldweg in etwa zehn Minuten direkt zum "Brennenden
Berg". Eine kleine Schutzhütte am westlichen Ende der Schlucht lädt zum Picknick
im Wald ein. Der herrliche Buchenwald sorgt für viel Schatten und macht eine Wanderung
zum "Brennenden Berg" auch bei Sonnenschein und warmen Temperaturen sehr angenehm. Feste
Rundwege, auch markiert, führen in östlicher Richtung nach Sulzbach und zum Forsthaus,
in westlicher Richtung kommt man wieder nach Neuweiler.
An dem Felsen macht eine schwarze Tafel auf den Besuch von Johann Wolfgang von Goethe im
Juni 1770 aufmerksam. Die Tafel wurde von Dudweiler Seite aus angebracht, weil der "Brennende
Berg" sowohl auf Dudweiler als auch auf Sulzbacher Banngebiet liegt. Diese Banngrenze verläuft
quer durch die Schlucht. Der heute noch "brennende Teil" liegt dabei auf Sulzbacher Gelände.
Auch schon vor seiner 1. Urkundlichen Erwähnung im Jahre 977
(als Kaiser Otto II. in Diedenhofen seine Besitzungen bestätigt, u. a. die Kirche
von Madalstat (Malstatt) und die Kapelle in Duodonisvillare (Dudweiler) war der Raum Dudweiler
wohl schon besiedelt, darauf weisen römische Funde (beim Neubau des Wasserwerks in
ca. 5m Tiefe) hin, vermutlich existierte ein Verbindungsweg (deverticulum) zwischen der
Grühlingstraße und der Kaiserstraße (via regalis).
Bis zur Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert, lebten die Menschen zu 90% von der
Landwirtschaft. Das Leben war vom Takt der Jahreszeiten geprägt. Der Einzelne war
eng verknüpft mit seiner Familie, seinem Dorf und seiner Kirche.
Im Mittelalter (1542) wohnten in Dudweiler 23 Familien sowie 13 Mägde und Knechte.
Hier waren die Vermögensverhältnisse schon ähnlich wie heute, das heißt,
8 Familien waren überaus wohlhabend und der Rest lebte in eher spärlichen Verhältnissen.
Während 250 Jahren gab es immer einige sehr reiche Bauernfamilien, die jedoch stets
eine Minderheit wahren. Der Großteil der Einwohner mußte mit einem unterdurchschnittlichen
Einkommen zurechtkommen.
Erst 1717 wird durch die damals erlassene Dorfordnung deutlich, wie die Gemeinde Dudweiler
organisiert war. Diese Dorfordnung ist ziemlich kurz und umfaßt 29 Paragraphen. Hierin
wird u.a. der Zu- und Abzug geregelt, die Einberufung der Gemeindeversammlung behandelt,
das Verhalten während der Gemeindeversammlung festgelegt, das Schützenamt reglementiert,
die Viehhaltung abgehandelt, die Weidenutzung, Reinhaltung der Brunnen und der Feldschutz
geregelt.
In der Zeit von 1750 - 1850 wandelt sich Dudweiler vom Bauerndorf zum Industieort. Neben
der Grundstoffindustrie und dem Kohleabbau, entstand auch ein Sudhaus, ein Gradierwerk,
eine Alaunsiederei und Kokereibetriebe.
1668 soll nach einer sagenhaft anmutenden Überlieferung, durch das Übergreifen
eines Hirtenfeuers auf die, den "brennenden Berg" durchziehenden Kohleflöze ein Schwelbrand
entstanden sein. Dieser Brand flaute erst 1777 wieder ab.
Durch die Kohle und die preußische Verwaltung erlebte Dudweiler bis ca. 1855 einen
wirtschaftlichen Aufschwung. Dann machten Ihm andere Gemeinden des Industriereviers die
bis dahin erworbene Bedeutung streitig bis schließlich die Nachbargemeinde Sulzbach
die Rolle Dudweilers übernahm.
Am 12. September 1962 verlieh der Minister des Inneren der Gemeinde Dudweiler das Recht
die Bezeichnung "Stadt" zu führen.
Durch die Verwaltungs- und Gebietsreform 1973/74 wurde Dudweiler, gegen das Mehrheitsvotum
(96,19% der abgegebenen Stimmen) in die Stadt Saarbrücken eingemeindet.
In seiner nunmehr über tausendjährigen Geschichte hat Dudweiler viele Höhen
und Tiefen erlebt. Wir alle, die hier leben, lieben aber den Charme, den sich "unser" Dudweiler
über die Jahrhunderte hinweg gepflegt und erhalten hat.
Heutiger Saarbrücker Stadtbezirk überschritt 1963 kurzfristig
die Marke von 30.000 Einwohnern
- Im damaligen Saargebiet an dritter Stelle -
- Aus der Historie -
Der heutige Saarbrücker Stadtbezirk Dudweiler war vor bald 65
Jahren mit mehr als 24.000 Einwohnern die drittgrößte Kommune im ganzen Land.
Lange Zeit galt Dudweiler noch als das "größte Dorf Europas".
Die Volksabstimmung vom 13.Januar 1935 hatte auch in der damaligen Gemeinde Dudweiler zum
Wahlsieg der "Deutschen Front" geführt. "Heim ins Reich" - ins Deutsche Reich also
- lautete die erfolgbringende Devise. Nur wenige Monate nach dieser Abstimmung ergab eine
Volkszählung für das damalige Saargebiet 810.987 und für Dudweiler 24.404
Einwohner. Stichtag war der 25.Juni 1935 - vor bald 65 Jahren also.
Damals zählte die Kommune zu den bevölkerungsreichsten Gemeinwesen im gesamten
Land. Mit ihren über 24 000 Einwohnern in den Ortsteilen Dudweiler, Herrensohr, auch
Camphausen (heute zu Quierschied) und zur Hälfte der Gemeindeteil Jägersfreude
(dessen andere Hälfte Saarbrücker Stadtteil war) stand die alte Gemeinde Dudweiler
im Saargebiet an dritter Stelle. Dieser Bronzeplatz war bedeutsam; dadurch brachte das
stark industriell geprägte Dorf auch viel politisches Gewicht in den bevölkerungsreichen
Landkreis Saarbrücken ein. Denn hier stand Dudweiler bevölkerungsmäßig
vor allen anderen Gemeinden an der Spitze.
Seine Einwohner fanden in den 1930er Jahren zu einem beträchtlichen Teil ihr Auskommen
noch im Steinkohlenbergbau. Die Bergwerke Hirschbach ("Grube Dudweiler"), Camphausen und
Jägersfreude florierten. Der Landkreis selbst wies nach der Volkszählung vor
bald sechseinhalb Jahrzehnten eine Einwohnerzahl von 211.402 auf. Hinter dem heutigen Saarbrücker
Stadtbezirk (dies seit Januar 1974) folgten 1935 nicht nur das benachbarte Sulzbach mit
21.414 Einwohnern, sondern auch Völklingen. Die Mittelstadt mit ihrem riesigen Stahlwerk
zählte damals 20.125 Einwohner. In Friedrichsthal waren es 13.830, dahinter kamen
Püttlingen (12.668) und Quierschied mit 8.709 Bewohnern.
Im Saargebiet der 30er Jahre wurde Dudweiler von zwei Städten an Einwohnerzahl übertroffen.
Das war einmal Saarbrücken (129.085) sowie Neunkirchen (39.812). Die Stadt an der
Blies war bevölkerungsreicher als die Landkreise Merzig (38.929) oder auch St. Wendel
(3.437).
Als die drittgrößte Kommune im Saargebiet - heute spränge nur noch Rang
sieben heraus - ließ Dudweiler ehemals auch die Städte St. Ingbert mit 21.978
Einwohnern sowie Saarlouis (17.046) und Homburg (11.051) um Einiges hinter sich. Dudweiler,
lange Zeit als das "größte Dorf Europas" bezeichnet, gelang im Mai 1963 noch
kurzzeitig der Sprung über die 30.000-Einwohnermarke. Dabei ist es auch in etwa bis
heute geblieben, obgleich zum Stadtbezirk Dudweiler 1979 auch Scheidt hinzutrat. Verglichen
mit vor 65 Jahren leben in Dudweiler (22.000), Herrensohr (2.300) und der Jägersfreuder
Hälfte (1.400) heute demnach kaum mehr Menschen - während die Bevölkerungszahl
anderer Saar-Kommunen durch die Gebietsreform 1974 stark angewachsen ist. Sulzbach allerdings
fiel unter die 20.000er Marke, und auch Friedrichsthal hat Einwohner verloren.
Patenschaften
1959
Duttweiler / Pfalz
1964
Saint-Avold / Frankreich
1969
Fallschirmpanzerabwehrbataillon 262 Merzig
Links zu Dudweiler und Umgebung