15. September 2000   

Der seltene Fall, dass die meisten Kinder älter sind als ihre Eltern

50 Jahre ASC Dudweiler
Grüße, Glückwünsche und Komplimente
Vom "Seltenen Fall, dass die Kinder älter sind als die Eltern", wurde am Wochenende immer dann gesprochen, wenn es um das Jubiläum "50 Jahre ASC Dudweiler" ging.

Und davon wurde sehr viel gesprochen, speziell beim großen Festkommers im Bürgerhaus, dann aber auch am Sonntag auf den weitläufigen Sportanlagen auf den Kitten beim "Sporttag 2000". Das Programm beim "Brennenden Berg" zwischen der ASC-Sporthabe und dem Clubheim von "Blau-Weiß" präsentierte in eindrucksvoller Weise das in den ASC-Sparten Badminton, Boxen, Fußball, Flugsport, Ringen und Tennis realisierte sportliche Angebot. Das Großprogramm schloss mit der Einweihung der neuen Geschäftsräume in der renovierten Alten Villa".

Der Allgemeine Sport-Club "ASC" Dudweiler ist also 50 Jahre alt geworden. Besser gesagt "jung", ist er doch vor einem halben Jahrhundert aus dem Zusammenschluss mehrerer anderer und damit auch wohl älterer Vereine entstanden. Unter ihnen die Abteilung Ringen, die bereits ihr "Hundertstes" gefeiert hat, die Fußballer mit immerhin schon 88, die Abteilung Tennis mit 71 Jahren und auch die Abteilung Boxen ist noch ein halbes Jahr älter als der Gesamtverein. Jünger sind nur die Abteilungen Flugsport (41) und Badminton (37). Der Verein hat heute rund 1000 Mitglieder.

Zu den Gästen und Ehrengästen, die ASC-Präsident Heinrich Biehl zum Festkommers im Bürgerhaus Dudweiler begrüßen konnte, gehörten Innen- und Sportminister Klaus Meiser, der Saarbrücker Sportdezernent Arno Schmitt, Bezirksbürgermeister Heinz Schmidt, Paul Hans als Vertreter des Landessportverbands, Werner Schreiber, ehemaliger Sportminister in Magdeburg, Ferdi Behles, ASC-Präsident von 1971 bis 1984, sowie die Vertreter des Stadt- und des Bezirksrats, des Verkehrsvereins Dudweiler und der Vereine, der Banken und Sparkassen. Das Programm wurde sympathisch moderiert von Lou Köhler und musikalisch sehr ansprechend umrahmt vom Männerchor "Harmonie" unter der Leitung von Stefan Zoll und der Kapelle "Kir Royal". Den "feinen saarländischen Teil" bestritten Lou Köhler, "Festredner" Arno Mager und "Dichter" Andreas Becker, und das klang schon ein wenig nach Commedy und Karneval.

Heinrich Biehl. ging in seiner Festrede kurz auf ein "halbes Jahrhundert ASC" ein, beleuchtete dann kritisch die finanzielle Situation der Sportvereine mit eigenen Einrichtungen, forderte "mehr Raum für die Ehrenamtlichkeit". Dass die Rahmenbedingungen stimmen müssen, unterstrich auch Minister Meiser in seinem Grußwort, sagte im Übrigen in Zusammenarbeit mit der Stadt Saarbrücken seine Unterstützung zu. Arno Schmitt ("Herr Präsident, lieber Heinrich") machte der Arbeit in den einzelnen ASC-Sparten ein großes Kompliment, stellte die Forderung; "Breitensport vor Profisport". Bezirksbürgermeister Heinz Schmidt unterstrich die wichtige Rolle des Sports in der Freizeit ("Wir bewegen uns zu wenig"), Paul Hans sprach im Rückblick auf die Ereignisse vor 50 Jahren von einem "goldenen Boden" für den Sport im Dudweiler Raum. Mit den Höhen und Tiefen des Jubiläumsvereins beschäftigte sich auch Heinz Lackner, Vizepräsident des Verkehrsvereins Dudweiler. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, dass es nicht bei den Lippenbekenntnissen dieses Abends bleiben werde. Wie seine Vorredner verband er seine Ausführungen mit Grüßen und Glückwünschen für den "Geburtstagsverein" und der vertraulichen Übergabe eines "Kuverts" an den Chef.

Ein Höhepunkt besonderer Art bei diesem Festkommers war die "Dokumentarische Festrede" von Gerd Kiefer zum Thema; "Einfluss der Politik auf die sporttreibenden Vereine in Dudweiler". Zurückgehend bis ins Jahr 1905" als der damalige Bürgermeister Petermann seinen ganzen Einfluss geltend machte, um die drei Dudweiler Turnvereine zusammenzufassen, bis ins Jahr 1945, als im Omni-Verein "TSV" sogar eine Sparte "Gesang" geführt wurde, zeigte er u.a. die bemerkenswerten Parallelen auf in der Haltung der jeweiligen politischen Führung dem offensichtlich immer wieder "suspekten" Geschehen in den Sportvereinen gegenüber.